ÖFB: Neuer Sportdirektor gesucht – Rangnick setzt auf neue Gesichter
WIEN. Beim heutigen Pressetermin am ÖFB-Campus in der Wiener Seestadt standen gleich mehrere Themen im Mittelpunkt. ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll äußerte sich zur Trennung von Sportdirektor Peter Schöttel und zog gemeinsam mit Teamchef Ralf Rangnick Bilanz über die Weltmeisterschaft. Anschließend präsentierte Rangnick seinen Kader für die kommenden Nations-League-Spiele.
Zunächst bedankte sich Josef Pröll bei Peter Schöttel für dessen neunjährige Tätigkeit im ÖFB. Schöttel war seit 2017 Sportdirektor des Verbandes. Für die Suche nach einem Nachfolger sollen nun Thomas Hollerer und Bernhard Neuhold ein Anforderungsprofil erstellen. Danach will der ÖFB gezielt auf mögliche Kandidaten zugehen.
Der neue Sportdirektor soll künftig eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen dem Breitenfußball in den Bundesländern, der Bundesliga und dem Nationalteam übernehmen. Als möglicher Nachfolger war zuletzt unter anderem Sebastian Prödl genannt worden, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.
Positive WM-Bilanz aus Sicht des ÖFB
Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko bezeichnete Pröll aus wirtschaftlicher, logistischer und sicherheitstechnischer Sicht als Erfolg. Besonders hob er hervor, dass es trotz tausender österreichischer Fans zu keinen Sicherheitsvorfällen gekommen sei.
Auch wirtschaftlich soll das Turnier für den ÖFB positiv ausfallen. Nach Abzug der Kosten soll ein Betrag in Millionenhöhe aus den FIFA-Einnahmen verbleiben. Positiv fällt laut Pröll auch die Bilanz des ÖFB-Campus aus. Nach rund einem Jahr Betrieb wird mit einem Plus von etwa einer Million Euro gerechnet.
Rangnick: Ergebnisse im erwartbaren Rahmen
Teamchef Ralf Rangnick zog aus sportlicher Sicht ein gemischtes WM-Fazit. Ergebnismäßig habe man die gesteckten Ziele erreicht und sich für die K.-o.-Phase qualifiziert. Mit der spielerischen Leistung zeigte sich der Teamchef allerdings nicht zufrieden.
Mehrere Spieler waren bereits vor dem Turnier angeschlagen. Zwar wurden sie rechtzeitig wieder gesund, waren laut Rangnick aber teilweise nicht vollständig „matchfit“. Dies habe sich auch auf die Leistungen ausgewirkt.
Neuer Co-Trainer und neue Gesichter
Im Trainerteam erhält Rangnick mit Maximilian Ritscher Verstärkung. Der bisherige Co-Trainer des LASK wird künftig zusätzlich für das Nationalteam tätig sein.
Auch im Spielerkader gibt es einen Umbruch. Insgesamt neun Spieler, die bei der Weltmeisterschaft nicht dabei waren, wurden für die kommenden Nations-League-Partien nominiert. David Alaba fehlt im Aufgebot. Der derzeit vereinslose Kapitän wird für die Herbstspiele nicht berücksichtigt. Rangnick erklärte, dass die fehlende Vereinssituation bei seiner Entscheidung eine Rolle spiele.
Auch für Marcel Sabitzer zeigt Rangnick Verständnis. Der Mittelfeldspieler nimmt sich im Herbst eine Auszeit vom Nationalteam.
Erstmals auf einer Kaderliste von Rangnick stehen die Torhüter Lukas Jungwirth vom LASK und Christian Zawieschitzky von Red Bull Salzburg. Dazu kommen mit Vasilije Markovic von Austria Wien und Felix Bacher von Olympique Lyon weitere neue Gesichter.
Darüber hinaus wurden mit Maximilian Wöber, Christoph Lang und Nikolas Veratschnig drei Spieler nominiert, zwei davon haben bislang noch kein Länderspiel für Österreich absolviert. Insgesamt setzt Rangnick damit auf einen deutlich veränderten Kader für den Start in die Nations League.
FOLGENDE SPIELER BEFINDEN SICH IM ÖFB-AUFGEBOT:
TOR: Lukas JUNGWIRTH (LASK; 0), Alexander SCHLAGER (SV Werder Bremen/GER; 30), Florian WIEGELE (Viktoria Pilsen/CZE; 1), Christian ZAWIESCHITZKY (FC Red Bull Salzburg; 0)
VERTEIDIGUNG: David AFFENGRUBER (Fulham FC/ENG; 1/0), Felix BACHER (Olympique Lyon/FRA; 0), Kevin DANSO (Sunderland AFC/ENG; 36/0), Marco FRIEDL (SV Werder Bremen/GER; 12/0), Philipp LIENHART (SC Freiburg/GER; 43/3), Phillipp MWENE (1. FSV Mainz 05/GER; 32/0), Stefan POSCH (1. FSV Mainz 05/GER; 56/5), Alexander PRASS (TSG 1899 Hoffenheim/GER; 21/0), Nikolas VERATSCHNIG (FC Red Bull Salzburg; 0), Maximilian WÖBER (FC Schalke 04/GER; 31/0)
MITTELFELD: Carney CHUKWUEMEKA (Borussia Dortmund/GER; 6/1), Konrad LAIMER (FC Bayern München/GER; 61/7), Christoph LANG (LASK; 0), Vasilije MARKOVIC (FK Austria Wien; 0), Xaver SCHLAGER (Nottingham Forest FC/ENG; 55/4), Romano SCHMID (Frosinone Calcio/ITA; 38/4), Nicolas SEIWALD (RB Leipzig/GER; 51/1), Paul WANNER (PSV Eindhoven/NED; 7/0), Patrick WIMMER (TSG 1899 Hoffenheim/GER; 32/1)
ANGRIFF: Junior ADAMU (FC Schalke 04/GER; 9/0), Michael GREGORITSCH (FC Augsburg/GER; 78/24), Marco GRÜLL (SV Werder Bremen/GER; 8/0), Sasa KALAJDZIC (LASK; 25/5)
AUF ABRUF: Nicolas KRISTOF (SV Elversberg/GER; 0), Patrick PENTZ (Bröndby IF/DEN; 18), Nikolas POLSTER (NEC Nijmegen/NED; 0); Leopold QUERFELD (1. FC Union Berlin/GER; 5/0), Jannik SCHUSTER (Brentford FC/ENG; 0), Valentin ZABRANSKY (FC Red Bull Salzburg; 0); Thierno BALLO (AS Saint-Étienne/FRA; 1/0), Yusuf DEMIR (SK Rapid; 4/0), Jacob Peter HÖDL (SK Puntigamer Sturm Graz; 0), Sascha HORVATH (LASK; 0), Alessandro SCHÖPF (LASK; 35/6), Matthias SEIDL (SK Rapid; 8/1); Oluwaseun ADEWUMI (Hertha BSC/GER; 0), Raul FLORUCZ (Royale Union St. Gilloise/BEL; 3/0), Erik KOJZEK (FK Partizan/SRB; 0), Nikolaus WURMBRAND (SK Rapid; 2/1)
Fotos: Ö-News Sport/ St. Öllerer



