Austria Wien: Michael Wagner ist Geschichte Machtkampf am Verteilerkreis geht weiter
Bei der Wiener Austria ist die Ära von Sportdirektor Michael Wagner beendet. Bereits nach der Bestellung von Tomas Zorn zum Sportvorstand hatten sich viele Beobachter gefragt, wie die Zukunft Wagners bei den Veilchen aussehen würde. Nun ist klar: Wagner zieht sich nach dem Ende der Meisterschaft zurück.
Die Konstellation war von Beginn an schwierig. Wagner, der nach der Trennung von Manuel Ortlechner von Harald Zagiczek in die sportliche Verantwortung geholt worden war, und der von Investor Jürgen Werner forcierte Tomas Zorn verfolgten offenbar unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung des Klubs. Zudem überschnitten sich die Aufgabenbereiche beider Funktionäre, was die Zusammenarbeit zusätzlich erschwerte.
Mit Wagners Abgang hat nun Tomas Zorn im sportlichen Bereich das alleinige Sagen. Der neue Sportvorstand betonte zuletzt mehrfach, dass die Austria weiterhin auf den erfolgreichen Weg mit jungen Spielern aus der eigenen Akademie setzen wolle. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass eine Mannschaft nicht ausschließlich aus Talenten bestehen könne. Um dauerhaft konkurrenzfähig zu sein, brauche es auch sogenannte „Unterschiedsspieler“, die einer Mannschaft in entscheidenden Momenten Qualität verleihen.
Doch die Personalie Wagner wirft erneut Fragen über die Machtverhältnisse bei der Austria auf. Investor Jürgen Werner und seine Gruppe hatten maßgeblichen Einfluss auf die Bestellung von Tomas Zorn und gelten weiterhin als wichtiger Faktor in den Entscheidungsprozessen des Klubs. Kritiker sehen darin eine zunehmende Verschiebung der Machtverhältnisse weg von den gewählten Vereinsgremien.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neue Führungsstruktur für die notwendige Ruhe sorgt oder ob der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen verschiedenen Interessensgruppen weitergeht. Fest steht: Am Verteilerkreis ist Michael Wagner Geschichte, die Diskussion um Einfluss, Verantwortung und die künftige Ausrichtung der Austria jedoch noch lange nicht beendet.
Zum Abschied fand Wagner versöhnliche Worte für seinen Herzensverein: „Die Wiener Austria wird immer ein Teil meines Lebens bleiben. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft nur das Beste. Einmal Veilchen, immer Veilchen.“ Damit unterstrich der scheidende Sportdirektor, dass seine Verbundenheit zu den Violetten auch nach seinem Ausscheiden ungebrochen bleibt.
Foto: Ö-News Sport/ St. Öllerer
- Michael Wagner
