Austria Wien trauert um Georg „Schurli“ Schreitl
Mit großer Trauer nimmt FK Austria Wien Abschied von Georg „Schurli“ Schreitl, der am Mittwoch im Alter von 96 Jahren friedlich eingeschlafen ist. Mit ihm verliert der Verein nicht nur einen langjährigen Mitarbeiter, sondern eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg das violette Herz und die Seele des Klubs verkörperte.
Der am 29. September 1929 in Wien geborene Schreitl war weit mehr als ein Masseur. Von 1964 bis 1996 betreute er die Kampfmannschaft und wurde zu einer Kultfigur jener glorreichen Siebziger- und Achtzigerjahre, die er von der Betreuerbank aus miterlebte. Wenn Spieler verletzt am Boden lagen, war es sein Moment: Mit Thermosflasche und Medizinkoffer eilte er aufs Feld, half, beruhigte und heilte – begleitet vom tosenden Applaus der Fans. Kaum verließ er im Laufschritt wieder den Rasen, hallten „Schurli, Schurli“-Sprechchöre durch das Stadion. So entstand der liebevolle Spitzname „Hexer aus der Fischhofgasse“.
Sein Weg zum Kultstatus begann unscheinbar. Nach einer Bäckerlehre arbeitete Schreitl bei Anker, absolvierte parallel eine medizinische Massage-Ausbildung und betreute zunächst Vereine wie Wienerfeld, Rapid Oberlaa und den WAC. Selbst während seiner Anfangszeit bei der Austria stand er frühmorgens noch in der Backstube, ehe er sich den Spielern widmete. Mit seinem außergewöhnlichen Gespür für Verletzungen und seiner warmherzigen Art wurde er rasch unverzichtbar. Sein hervorragender Ruf führte ihn 1978 auch zum Engagement im Nationalteam des Österreichischer Fußball-Bund, mit dem er unter anderem die Weltmeisterschaft 1982 in Spanien erlebte.
Georg „Schurli“ Schreitl stand sinnbildlich für Leidenschaft, Humor und Hingabe – Eigenschaften, die ihn zu einer Legende nicht nur der Austria, sondern des österreichischen Fußballs machten. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er glücklich im Kolpinghaus Favoriten, wo er mit seinen pointierten Geschichten und Erinnerungen viele Menschen berührte und bereicherte.
Mit seinem Tod endet ein erfülltes Leben voller Einsatz, Herzlichkeit und unzähliger Momente, in denen er anderen half. Die Austria-Familie verneigt sich in Dankbarkeit vor einem Menschen, der Generationen von Spielern begleitete und Fans ein Lächeln schenkte.
Die Gedanken sind bei seinen Hinterbliebenen.
Ruhe in Frieden, Schurli.
- Georg Schreitl mit Helmut Köglberger (re) 2026
