Austria Wien trennt sich vom Sportdirektor Manuel Ortlechner mit sofortiger Wirkung entlassen - Nachfolger wird Michale Wagner
Wien, 11. November 2025 | Ö-News-Redaktion
Nach mehr als vier Jahren im Amt hat sich der FK Austria Wien am Dienstag überraschend von seinem Sportdirektor Manuel Ortlechner getrennt. Der Traditionsklub bestätigte die Freistellung des 45-jährigen ehemaligen Austrianers in einer offiziellen Mitteilung. Als Grund wurde die Notwendigkeit genannt, „in der sportlichen Leitung einen neuen Impuls zu setzen“.
Ein Austrianer durch und durch
Ortlechner war seit Sommer 2021 Sportdirektor der Wiener Austria. Zuvor war er viele Jahre selbst Spieler der Veilchen und absolvierte über 200 Pflichtspiele für den Klub. Als er das Amt übernahm, befand sich die Austria in einer schwierigen Phase – wirtschaftlich angeschlagen und sportlich instabil. Der ehemalige Verteidiger galt als Identifikationsfigur, die den Verein „ein Stück weit neu erfinden“ wollte.
Erfolge und Aufbruchstimmung
Bereits in seiner ersten Saison als Sportdirektor, 2021/22, gelang der Austria ein bemerkenswerter Aufschwung: Mit Platz drei in der Bundesliga sicherten sich die Veilchen einen Platz in der Meistergruppe und die Teilnahme an der Qualifikation zur UEFA Conference League. Auch 2024/25 konnte die Austria diesen Erfolg wiederholen und erneut Rang drei belegen – ein Zeichen für sportliche Stabilität in schwierigen Zeiten.
2023 verlängerte Ortlechner seinen Vertrag vorzeitig bis 2026. Damals sprach der Klub ihm das volle Vertrauen aus und lobte seine „klare sportliche Linie und seine Identifikation mit der Austria“.
Zunehmender Druck und schwacher Saisonstart
Doch die laufende Saison 2025/26 verlief bisher enttäuschend. Nach 13 Spieltagen liegt die Austria nur auf Platz sieben – außerhalb der Meistergruppe. Parallel dazu traten erneut strukturelle und wirtschaftliche Probleme auf, die schon in den vergangenen Jahren für Unruhe gesorgt hatten. Nach dem Rücktritt von Sportvorstand Jürgen Werner nahm die Klubführung eine umfassende Analyse der sportlichen Abteilung vor. Das Ergebnis: Man wolle einen „Neustart“ einleiten (wieder einmal).
Ein Wechsel im Zeichen des Umbruchs
Mit der Trennung von Ortlechner endet eine Ära, die sportlich solide, aber nicht frei von Herausforderungen war. Der Verein dankte ihm in der Aussendung ausdrücklich „für seinen großen Einsatz und seine Verdienste um den FK Austria Wien“ und betonte, dass er „als verdienter Austrianer immer willkommen“ bleiben werde.
Nachfolger wird Michael Wagner, der einen Vertrag bis 2028 erhält. Er soll nun für neue Impulse sorgen, die Kaderstruktur überarbeiten und den eingeschlagenen Modernisierungskurs fortführen.
Fazit: Ende einer Ära, Beginn einer Neuausrichtung
Die Entlassung von Manuel Ortlechner steht symbolisch für den Spagat, in dem sich Austria Wien derzeit befindet – zwischen Tradition und der Notwendigkeit, sportlich wie wirtschaftlich neue Wege zu gehen. Ortlechner hinterlässt einen Verein, der trotz aller Turbulenzen sportlich konkurrenzfähig geblieben ist. Ob die nun gestartete Neuausrichtung den gewünschten Erfolg bringt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Fotos: Ö-News Sport/ St. Öllerer
- Manuel Ortlechner
- von den Sportverantwortlichen zu Meisterschaftsbeginn ist nur mehr Stephan Helm über
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