Austria schlittert weiter in die Krise Niederlage gegen TSV Hartberg lässt die Alarmglocken schrillen
Vor Spielbeginn wurde Austria-Urgestein Anton „Rambo“ Pfeffer nachträglich zu seinem 60. Geburtstag gratuliert – Ö-News berichtete bereits. Ein sportliches Geschenk in Form eines Sieges blieb jedoch aus.
Nach der Niederlage auswärts beim LASK wollten die Veilchen im Heimspiel gegen den TSV Hartberg endlich den ersten Saisonsieg einfahren. Doch die Steirer präsentierten sich in Wien-Favoriten vor 11.858 Zuschauerinnen und Zuschauern eiskalt und effizient. Die Austria hingegen wirkte planlos und verunsichert – es läuft derzeit einfach nichts zusammen.
Dabei starteten die Veilchen zunächst feldüberlegen, doch Hartberg nutzte seine Chancen konsequent. Bereits in der 12. Minute traf Havel mit einem abgefälschten Schuss zum 0:1 – sinnbildlich für die derzeitige Lage der Wiener. Auf den Rängen machten die Fans mit lautstarken „Werner raus!“-Rufen ihrem Unmut Luft. Fehlpässe, ideenlose Angriffe und harmlose Standardsituationen verstärkten die Frustration. Maurice Malone vergab zudem die größte Möglichkeit auf den Ausgleich (30.). Trotz 70 Prozent Ballbesitz ging es mit 0:1 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel bot sich dasselbe Bild: Die Austria rannte an, ohne zwingend zu werden. Eggestein und Malone vergaben weitere Chancen, während Hartberg kaltschnäuzig blieb. In der 63. Minute erhöhte Mijic auf 0:2. Kurz darauf hätte der eingewechselte Sanel Saljic nach einem Fehler von Hülsmann den Anschlusstreffer erzielen können, traf jedoch das leere Tor nicht (67.). Stattdessen machte Hartbergs Neuzugang Fridrikas in der 76. Minute mit dem 0:3 alles klar. Der Treffer von Manfred Fischer in der Nachspielzeit (90.+3) zum 1:3 war nur noch Ergebniskosmetik. Unter gellenden Pfiffen leerte sich die Generali-Arena rasch.
Noch vor drei Monaten kämpfte die Austria um die Meisterschaft. Nun steht der Traditionsklub in der Liga sieglos, ideenlos und ratlos da. Trainer Stephan Helm ist schwer angezählt und dürfte wohl nur noch bis zur Länderspielpause eine Galgenfrist erhalten. Sollte auch das nächste Spiel gegen Altach verloren gehen, droht bei den Veilchen ein Trainerwechsel. Denn im Fußballgeschäft ist bekanntlich der Coach das schwächste Glied. Am Verteilerkreis bleibt es unruhig.
Austria: Şahin-Radlinger; Wiesinger, Dragović (59. Šaljić), Plavotić (29. Radonjić); Ranftl, Fischer, Barry (81. Pazourek), Taeseok Lee; Sarkaria (59. Botić); Eggestein, Malone
Hartberg: Hülsmann; Kovacevic, Vincze, Spendlhofer, Wilfinger, Hennig (81. Coulibaly); Markus, Kainz (66. Heil); Drew (78. Hoffmann), Mijić (66. Fridrikas), Havel (66. Diarra)
Tore: Fischer (90.+3); Havel (12.), Mijić (63.), Fridrikas (73.)
Gelbe Karten: Barry (37.), Ranftl (65.); Spendlhofer (75.)
Generali-Arena, Schiedsrichter Sebastian Gishamer, 11.858 ZuschauerInnen
Fotos: Ö-News Archiv/ St. Öllerer
- Trainer Stephan Helm muss wieder eine Niederlage erkläeren und ist angezählt.
- Helm und Sportdirektor Manuel Ortlechner sind gefordert.

