Großbrand in Walpersdorf: 165 Feuerwehrmitglieder verhinderten noch größere Katastrophe
Binnen einer Woche ist es bereits zum dritten Großbrand im Bezirk St. Pölten gekommen. Nach dem Scheunenbrand in Flinsdorf am 26. Juli und einem Wohnhausbrand in Frankenfels am 29. Juli stand am Freitagabend (31. Juli) eine Wohnhausanlage in Walpersdorf in Flammen.
Kurz nach 20 Uhr wurden zunächst fünf Feuerwehren zu einem Wohnungsbrand alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich jedoch ein weitaus größeres Schadensbild: Mehrere Wohnungen sowie der Dachstuhl standen bereits in Vollbrand. Aufgrund der raschen Brandausbreitung wurde die Alarmstufe erhöht und weitere Feuerwehren nachalarmiert.
Die Einsatzkräfte begannen sofort unter schwerem Atemschutz mit den Löscharbeiten. Da ein sicheres Betreten des Gebäudes zunächst nicht mehr möglich war, erfolgte der Löschangriff von außen. Zwei Drehleitern sowie zwei Großtanklöschfahrzeuge wurden zur Unterstützung angefordert. In der Hochphase des Einsatzes bekämpften die Feuerwehren den Brand mit zwei Wasserwerfern und fünf Strahlrohren.
Durch den massiven Löschangriff gelang es den Einsatzkräften, das Feuer an einer Brandwand zu stoppen und so ein Übergreifen auf das benachbarte Wohnhaus zu verhindern. Dennoch wurde eine Wohneinheit vollständig zerstört, zwei weitere Wohnungen schwer beschädigt. Die betroffene Stiege ist bis auf Weiteres unbewohnbar. Die Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf organisierte noch am Abend erste Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner.
Nach dem Löscherfolg begann die aufwendige Nachlöscharbeit. Bei hochsommerlichen Temperaturen mussten Teile der Dacheindeckung entfernt werden, um versteckte Glutnester aufzuspüren und abzulöschen. Mehrere Atemschutztrupps kontrollierten das Gebäude. Dabei konnten sechs Katzen aus dem Brandobjekt gerettet werden.
Um 23:11 Uhr konnte schließlich „Brand Aus“ gegeben werden. Eine Brandwache der Feuerwehr Inzersdorf blieb jedoch die gesamte Nacht über vor Ort.
Insgesamt standen elf Feuerwehren mit 21 Fahrzeugen und rund 165 Feuerwehrmitgliedern im Einsatz. Unterstützt wurden sie unter anderem von zwei Drehleitern aus Herzogenburg und St. Pölten sowie zwei Großtanklöschfahrzeugen aus Paudorf und St. Pölten. Insgesamt waren 33 Atemschutzgeräteträger im Brandeinsatz.
Auch das Rote Kreuz war mit einem Großaufgebot vor Ort und löste einen „Notfall-Groß“ aus. Im Einsatz standen ein Bezirkseinsatzleiter, ein Notarzthubschrauber, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge sowie acht Rettungstransportwagen. Rund 30 Rettungskräfte versorgten eine schwer verletzte Person, die in ein Krankenhaus gebracht werden musste, betreuten weitere Betroffene und richteten in der Mehrzweckhalle ein Notquartier für die Bewohner der beschädigten Wohnhausanlage ein. Zusätzlich wurde das Kriseninterventionsteam angefordert.
Mehrere Polizeistreifen unterstützten ebenfalls den Einsatz.
Angesichts des bereits dritten Großbrandes innerhalb einer Woche weist das Bezirksfeuerwehrkommando St. Pölten eindringlich auf die derzeit extreme Brandgefahr hin. Die anhaltende Hitze und Trockenheit erhöhen das Risiko von Bränden in Wäldern, Wiesen und auf Feldern erheblich. Die Bevölkerung wird daher zu besonderer Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer und möglichen Zündquellen aufgerufen.
Fotos: BFKDO St. Pölten
- 2026-07-31 B3 Walpersdorf
- 2026-07-31 B3 Walpersdorf
- 2026-07-31 B3 Walpersdorf
- 2026-07-31 B3 Walpersdorf
- 2026-07-31 B3 Walpersdorf




