Wir7-Bürgerstammtisch in Neustift
Am Donnerstag fand im Gasthaus Dopler in Neustift erneut ein Bürgerstammtisch der Wir7 statt. Eine kleine, aber interessierte Runde nutzte die Gelegenheit, sich über aktuelle Themen der Gemeinde zu informieren, mitzudiskutieren und Fragen an die Mandatare zu richten.
Kirsten Kunze begrüßte die Gäste und gab einen Überblick über die Themen des Abends.
Volksschulzu- und Umbau
Alexandra Krauss informierte über den geplanten Zu- und Umbau der Volksschule. Im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung war über zusätzliche Kosten für das Projekt beraten und abgestimmt worden. Alex Aicher betonte in diesem Zusammenhang, dass die nun festgelegten Kosten aus seiner Sicht unbedingt eingehalten werden müssten.
Der Baubeginn ist derzeit ab Februar 2027 vorgesehen. Zuvor soll der Planer die Ausschreibung an die ausführenden Firmen starten. Die Fertigstellung ist für September 2028 geplant.
Umbau der Mittelschule Heiligeneich
Sabine Wascher berichtete über den geplanten Um- und Zubau der Mittelschule in Heiligeneich. Auch die Gemeinde Sitzenberg-Reidling ist als Sprengelgemeinde an der Finanzierung beteiligt.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 16,2 Millionen Euro. Neben der Marktgemeinde Atzenbrugg sind auch Sitzenberg-Reidling, Michelhausen und Würmla an den Kosten beteiligt. Der Anteil von Sitzenberg-Reidling beträgt 17 Prozent und richtet sich nach der Zahl der Schülerinnen und Schüler aus der jeweiligen Gemeinde. Von den derzeit 253 Schülerinnen und Schülern kommen 48 aus Sitzenberg-Reidling.
Abfallsammelzentrum
Alex Aicher informierte außerdem über den aktuellen Stand beim geplanten Abfallsammelzentrum. Nach der Unterschriftenaktion für den Verbleib des Abfallsammelzentrums am Standort Reidling stellte Bürgermeister Erwin Häusler einen ablehnenden Bescheid aus. Als Begründung wurde angeführt, dass die Gemeinde für die Durchführung einer entsprechenden Volksbefragung nicht zuständig sei.
Gegen diesen Bescheid wurde seitens der Wir7 ein Rechtsmittel beim Landesverwaltungsgericht Niederösterreich eingebracht. Aicher zeigte sich zuversichtlich, dass dem Einspruch stattgegeben werden könnte.
Den Vorschlag der ÖVP, am Standort des Bauhofs in Reidling lediglich Karton, Grünschnitt und einen kleinen Bauschuttcontainer für ältere Menschen anzubieten, lehnte Aicher ab. „Man kann nicht ein bisschen schwanger sein“, so Aicher.
Nach seinen Angaben könnten sich die Kosten für eine Adaptierung des Standorts entsprechend den Auflagen der Wasserrechtsbehörde durch Einnahmen aus der Abfallanlieferung von rund 50.000 Euro innerhalb einiger Jahre amortisieren.
Windkraftanlagen am Seelackenberg
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war das geplante Windkraftprojekt am Seelackenberg. Aicher stellte klar, dass sich die Kritik der Wir7 nach seinen Angaben nicht grundsätzlich gegen Windkraft richte, sondern gegen die geplante Rodung von Waldflächen für die Errichtung der Windräder. Der Wald am Seelackenberg sei für die Bevölkerung auch ein wichtiges Erholungsgebiet, argumentierte Aicher.
In diesem Zusammenhang ist die Wir7 gemeinsam mit dem Verein „3 Gemeinden – 1 Ziel“ ebenfalls mit einem Verfahren beim Landesverwaltungsgericht Niederösterreich befasst. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob § 4a UVP-G verfassungskonform ist und ob die Eignungszone MO05 rechtmäßig im niederösterreichischen Raumordnungsprogramm verblieben ist.
Im Anschluss an die jeweiligen Ausführungen hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, Fragen zu stellen, die einzelnen Themen zu diskutieren und eigene Vorschläge einzubringen.
Foto: Ö-News/ St. Öllerer


