Schwerer Verkehrsunfall als Übungsszenario in Diendorf Einsatzkräfte trainieren Zusammenarbeit bei Massenanfall von Verletzten
DIENDORF – Sirenenalarm am Samstagvormittag sorgte in Diendorf für Aufsehen: Was für Passanten wie ein dramatischer Verkehrsunfall wirkte, entpuppte sich als groß angelegte Einsatzübung von Feuerwehr und Rettungsdienst. Das realitätsnahe Szenario stellte die beteiligten Kräfte vor anspruchsvolle Aufgaben.
Angenommen wurde ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Pkw und einem vollbesetzten Linienbus. Ein Fahrzeug war nach der Kollision auf der Seite liegen geblieben, ein weiteres schwer beschädigt, während der Bus mitten im Unfallgeschehen zum Stillstand kam. Besonders herausfordernd: Eine Person war unter dem Bus eingeklemmt.
„Im Fokus stand die organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Es ging nicht nur um das reine Management eines Großeinsatzes, sondern auch um Notfallversorgung und Katastrophenmedizin“, erklärte Übungsleiter Florian Eibensteiner. Gegen 9:00 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu dem simulierten Massenanfall von Verletzten alarmiert.
Insgesamt mussten 14 Betroffene unter Zeitdruck versorgt werden. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Saladorf, Langmannersdorf und Würmla übernahmen die technische Rettung. Parallel dazu standen die Sanitäter des Roten Kreuzes aus Atzenbrugg und Purkersdorf vor einer komplexen Lage: In einem der Fahrzeuge waren drei Personen eingeschlossen, zwei davon laut Übungsszenario in lebensbedrohlichem Zustand.
Mit hydraulischem Rettungsgerät wie Schere und Spreizer schufen die Feuerwehrleute Zugänge zu den Wracks. Gleichzeitig wurde die aufwendige Rettung der unter dem Bus eingeklemmten Person durchgeführt. Mithilfe von speziellem Hebegerät gelang es, das tonnenschwere Fahrzeug kontrolliert anzuheben, ohne den „Verletzten“ zusätzlich zu gefährden.
Auch für den Rettungsdienst stellte die Übung eine große Herausforderung dar. Neben der medizinischen Versorgung galt es, die Verletzten nach Schweregrad zu triagieren und entsprechend zu priorisieren. Die realistische Darstellung der Verletzungen durch geschminkte Statisten erhöhte den Druck auf die Einsatzkräfte zusätzlich und sorgte für ein nahezu echtes Einsatzgefühl.
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eingespielte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Organisationen im Ernstfall sind.
Fotos: RK Atzenbrugg Heiligeneich












