Rechnungshof kritisiert Black-Hawk-Beschaffung und Kostenexplosion in Langenlebarn FP-Bors fordert weiter Sporthalle am Fliegerhorst
Der Rechnungshof übt deutliche Kritik an der Beschaffung und Modernisierung der Black-Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres sowie an den damit verbundenen Infrastrukturmaßnahmen am Fliegerhorst Langenlebarn. In seinem aktuellen Bericht werden vor allem gravierende Planungsfehler, Kostensteigerungen und Verzögerungen aufgezeigt.
Baukosten explotiert
Besonders ins Auge fällt die Entwicklung der Baukosten am Standort Langenlebarn. Diese stiegen laut Rechnungshof von ursprünglich veranschlagten 9,7 Millionen Euro auf rund 37,16 Millionen Euro an – ein Plus von rund 283 Prozent. Als Ursachen nennt der Bericht unter anderem unzureichende Planungsgrundlagen, ein fehlendes Raum- und Funktionsprogramm sowie einen erhöhten Flächenbedarf und gestiegene technische Anforderungen. Auch die allgemeine Baupreisentwicklung habe zur Kostensteigerung beigetragen.
Fehler in der Hubschrauber-Beschaffung
Kritisch bewertet der Rechnungshof auch die Abwicklung der Beschaffung selbst. Ein erstes Vergabeverfahren musste aufgrund grober, vermeidbarer Fehler abgebrochen werden. Dazu zählten etwa die Weitergabe sensibler Bieterinformationen sowie unklare Zuständigkeiten innerhalb des Ministeriums. Die Folge waren eine Neuausschreibung, Verzögerungen und zusätzliche Kosten.
Insgesamt kam es im Zuge des Projekts zu mehrfachen Vertragsänderungen. Trotz ursprünglich vereinbarter Fixpreise erhöhten sich die Gesamtkosten der Beschaffung auf rund 125,85 Millionen Euro. Gleichzeitig verzögerte sich die Modernisierung der bestehenden Hubschrauberflotte um mehrere Jahre.
Mangelhafte Dokumentation und Entscheidungsgrundlagen
Der Rechnungshof bemängelt zudem unklare Entscheidungsgrundlagen und eine mangelhafte Dokumentation im Projektverlauf. Empfehlungen zur Verbesserung der Korruptionsprävention seien nur teilweise umgesetzt worden. Auch im personellen Bereich sieht der Bericht Handlungsbedarf: So habe es an ausreichend qualifiziertem Flugpersonal gefehlt, was die Einsatzbereitschaft zusätzlich beeinträchtigte.
Insgesamt zeichnet der Rechnungshof das Bild eines Projekts mit erheblichen strukturellen Mängeln. Viele der festgestellten Probleme wären laut Bericht durch eine sorgfältigere Planung und klarere Projektsteuerung vermeidbar gewesen.
Kritik kommt auch von FP-Abgeordneten Bors
Kritik kommt von Andreas Bors (FPÖ), der auf im Bericht genannte Planungsmängel verweist. Zudem erinnert er an eine bislang nicht umgesetzte Forderung nach einer neuen Sporthalle für Soldaten am Standort.
Fotos: Ö-News Archiv/ St. Öllerer (2) und FPÖ (1)


