Politisches Tauziehen um Abfallsammelzentrum Sitzenberg-Reidling
Beim Thema Abfallsammelzentrum (ASZ) in Sitzenberg-Reidling gehen die politischen Wogen hoch. WIR7 und die FPÖ setzen sich für den Erhalt des bestehenden Standorts ein und wollen die behördlichen Auflagen auf Kosten der Gemeinde erfüllen. Die ÖVP hingegen unterstützt die Beteiligung am neuen Sammelzentrum in Trasdorf, das vom Gemeindeverband für Abfallbeseitigung (GVA) errichtet und komplett finanziert wird.
Wie bereits beim Bürgerstammtisch angekündigt, sammelt WIR7 Unterschriften für den Verbleib des ASZ in Sitzenberg-Reidling. Laut einem Kostenvoranschlag belaufen sich die notwendigen behördlichen Maßnahmen auf rund 110.000 Euro. WIR7 betont den Vorteil der kurzen Wege für die Bevölkerung: „Mit seinem Traktor würde sich der Weg von 4 km auf über 8 km erhöhen“, erklärte WIR7-Gemeinderat Alex Aicher. Die Partei argumentiert zudem, dass die Gemeinde durch den Erhalt des ASZ Kontrolle über die Infrastruktur behält und einem weiteren Verlust von Einrichtungen entgegenwirkt.
Die FPÖ unterstützt die Unterschriftenaktion ebenfalls. Gemeinsam mit WIR7 wurden vor dem SPAR-Markt Unterschriften gesammelt, und die FPÖ fordert, dass eine so wichtige Frage einer Volksbefragung unterzogen wird. Auch bei der Übernahme vor Ort waren die Unterschriftensammler von WIR7 im ASZ präsent.
Die ÖVP Sitzenberg-Reidling setzt auf eine sachliche, zukunftsorientierte und finanziell verantwortungsvolle Lösung. Die Gemeinde soll sich dem neuen GVA-Sammelzentrum anschließen, wodurch keine Kosten für die Gemeinde entstehen. Das neue Zentrum bietet erweiterte Servicezeiten von 06:00 bis 22:00 Uhr und barrierefreie Containeranordnung, die ein einfaches Entleeren der Altstoffe ermöglicht. Der Grünschnitt verbleibt weiterhin in Sitzenberg-Reidling, der Bauhof bleibt unberührt und erhält mehr Platz für Fahrzeuge, Geräte und Arbeitsaufgaben. Die bisherigen 20.000 Euro Fördermittel des Abfallverbandes werden während der Übernahme für Personalkosten und laufende Kosten verwendet.
Die ÖVP kritisiert die Argumentation von WIR7 als einseitig, da laufende Kosten, Personalaufwand, mögliche Zusatzkosten und die Eignung der Fläche nicht berücksichtigt werden. Das neue gemeindeübergreifende Wertstoffsammelzentrum wird effizient vom Verband betrieben und über Müllgebühren finanziert, wobei jede Gemeinde im Verband vertreten ist. Strategische Flexibilität bedeutet für die ÖVP, moderne Infrastruktur faktenbasiert mit Nachbargemeinden zu gestalten, statt an Altem festzuhalten, und dabei Lebensqualität und Bürgernähe zu sichern.
Zentrale Forderungen der ÖVP sind eine kosteneffiziente Lösung, maximale Nutzerfreundlichkeit durch Kartensystem, Videoüberwachung und erweiterte Öffnungszeiten, zukunftssichere Mülltrennung gemäß Abfallverordnung sowie eine gründliche Standortprüfung, um langfristige Kosten und Risiken zu minimieren.
Die SPÖ verweist auf den Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2024. Zwar ist nichts in Stein gemeißelt, doch wenn – wie WIR7 – der Erhalt des Bestands gefordert wird, müssen alle Fakten und Kosten, die für die Genehmigungsfähigkeit relevant sind, transparent auf den Tisch gelegt werden. Dazu zählen auch jene Arbeitsstunden, die von den Gemeindebediensteten vor und nach der Übernahme der Altstoffe aufgewendet werden.
Fotos: Ö-News/ St. Öllerer
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