WIR7-Stammtisch thematisiert Zukunft des Abfallsammelzentrums
Die Zukunft des Altstoffsammelzentrums (ASZ) in Sitzenberg-Reidling ist derzeit Gegenstand politischer Diskussionen im Gemeinderat. Die bestehende Betriebsgenehmigung läuft Ende 2026 aus. Die zuständige Wasserrechtsbehörde bei der Bezirkshauptmannschaft Tulln hat dazu einen entsprechenden Bescheid erlassen.
Die Gemeinderatsfraktion WIR7 lud zu einem Stammtisch in das Gasthaus Dopler in Neustift, um mit Bürgerinnen und Bürgern über eine mögliche Verlegung des ASZ von Reidling nach Trasdorf zu diskutieren.
Gemeinderat Alex Aicher begrüßte die Anwesenden. Christoph Otzlberger präsentierte einen Kostenvoranschlag in Höhe von 111.000 Euro für eine Sanierung der bestehenden Anlage. Damit könne – so die Darstellung – ein Weiterbetrieb am bisherigen Standort ermöglicht werden.
Aicher führte als Argumente für den Erhalt des Standorts an, dass die Gemeinde weiterhin selbst über den Betrieb des Sammelzentrums entscheiden könne. Zudem seien die Wege für viele Bürgerinnen und Bürger nach Reidling kürzer als nach Trasdorf. Er verwies dabei auch auf persönliche Erfahrungen, wonach sich für ihn mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen die Fahrstrecke nach Trasdorf deutlich verlängern würde.
In der Diskussion wurde auch die Frage zentraler Strukturen angesprochen. Vertreter von WIR7 äußerten die Ansicht, dass größere Einheiten die Gestaltungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene einschränken könnten.
Vizebürgermeisterin Alexandra Krauss verwies auf finanzielle Aspekte. Derzeit erhalte die Gemeinde nach ihren Angaben 17 Prozent der Müllgebühren, was jährlich rund 51.500 Euro entspreche. Würden lediglich Kartonagen und Grünschnitt im Ort verbleiben, reduziere sich dieser Anteil auf etwa drei Prozent beziehungsweise rund 9.100 Euro jährlich.
Krauss kritisierte zudem, sie erhalte als Vorsitzende des für das ASZ zuständigen Ausschusses keine ausreichenden Informationen von Bürgermeister Erwin Häusler. Auch Gemeinderat Aicher berichtete von entsprechenden Erfahrungen im Austausch mit dem Bürgermeister.
Im Zuge der Wortmeldungen wurden unter anderem die aktuellen Öffnungszeiten des ASZ thematisiert, die von mehreren Diskutierenden als unzureichend bezeichnet wurden.
Abschließend kündigten Aicher und Krauss an, eine Unterschriftenaktion starten zu wollen. Ziel sei es, eine Volksbefragung über die Zukunft des ASZ herbeizuführen. Dafür seien die Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten erforderlich, was laut Angaben der Initiatoren etwas mehr als 200 Personen entspricht. Weitere Informationen sollen auf der Website der Fraktion WIR7 veröffentlicht werden.
Fotos: Ö-News/ St. Öllerer
- v.l.: Christoph Otzelberger, GR Alex aicher und Vzbgm. Alexandra Krauss
- Herr Otzelberger präsentierte einen Kostenvoranschlag für die Sanierung



