Windparkprojekt am Seelackenberg sorgt für Widerstand Aufregung in den Gemeinde Traismauer, Herzogenburg und Sitzenberg-Reidling
Die Windkraftbetreiber haben in den vergangenen Tagen ihre Pläne für ein Windparkprojekt im Waldgebiet zwischen Traismauer, Herzogenburg und Sitzenberg-Reidling offiziell vorgestellt. In mehreren betroffenen Gemeinden regt sich dagegen Widerstand, begleitet von politischen Debatten und Initiativen für Bürgerbefragungen.
In Traismauer stand das Thema am 12. Jänner 2026 im Mittelpunkt einer Sondersitzung des Gemeinderates. Bürgermeister Herbert Pfeffer bestätigte dabei erstmals öffentlich, dass konkrete Planungen für Windkraftanlagen in dem genannten Gebiet bestehen. Zuvor hatte er entsprechende Vorhaben wiederholt relativiert. In der Sitzung informierte der Bürgermeister zudem über Gespräche mit dem Land Niederösterreich sowie mit Projektbetreibern.
Vertreter der Bürgerinitiative „3 Gemeinden – 1 Ziel“ kritisieren, dass aus ihrer Sicht eine Möglichkeit bestanden hätte, beim Land Niederösterreich auf eine Streichung der Windkrafteignungszone MO05 aus dem sektoralen Raumordnungsprogramm hinzuwirken. Diese Chance sei nicht genutzt worden. Der Bürgermeister erklärte im Zuge der Sitzung, dass das aktuell diskutierte Projekt „bei Null starte“. Die Bürgerinitiative leitet daraus die Forderung nach einer erneuten Bürgerbefragung ab und kündigte einen Initiativantrag an. Für dessen Einbringung sind Unterschriften von mindestens zehn Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung erforderlich. Eine entsprechende Unterschriftensammlung hat begonnen. Begleitend ist für den 21. Jänner 2026 eine öffentliche Informationsveranstaltung in Wagram bei Traismauer angekündigt.
Auch in Herzogenburg haben sich die Entwicklungen rund um Windkraft zuletzt beschleunigt. Dort sind im Rathaus Unterlagen des Windkraftunternehmens „ImWind“ eingelangt, die die Errichtung von bis zu neun Windrädern vorsehen. Der Ausschuss für Raumordnung unter dem Vorsitz von Gemeinderat Florian Motlik (Grüne) will sich noch in dieser Woche mit dem Projekt befassen. Eine Ausschusssitzung war ohnehin vorgesehen, die Tagesordnung wurde entsprechend angepasst.
Parallel dazu gab die „Bürgerliste Gegenwind Herzogenburg“ (BGH) bekannt, die erforderliche Anzahl an Unterschriften für die Durchführung einer Volksbefragung erreicht zu haben. Neben dem Thema Windkraft soll dabei auch über die Zukunft des Reinischteichs abgestimmt werden. Zuvor waren entsprechende Anträge im Gemeinderat von SPÖ und Grünen abgelehnt worden.
Nach Angaben der BGH wurden mehr als die gesetzlich notwendigen zehn Prozent der Wahlberechtigten erreicht, was 628 Unterschriften entspricht. Die Unterschriften sollen am Mittwoch, 21. Jänner, um 17 Uhr im Herzogenburger Rathaus offiziell übergeben werden.
Damit stehen sowohl in Traismauer als auch in Herzogenburg weitere politische Entscheidungen und mögliche Bürgerbefragungen zu den geplanten Windkraftprojekten bevor.
Foto: Ö-News
- Windrad bei Kapelln (Bez. St. Pölten)
