Sitzenberg-Reidling: Politische Diskussion um das Abfallsammelzentrum
In Sitzenberg-Reidling ist eine politische Diskussion über die Zukunft des Abfallsammelzentrums (ASZ) im Bahnhofsviertel entbrannt. Die Umweltschutzbehörde der Bezirkshauptmannschaft Tulln fordert per Bescheid umfassende Maßnahmen zur Sammlung und Ableitung von Sickerwässern. Sollten diese Maßnahmen nicht umgesetzt werden, droht dem ASZ der Entzug der Betriebsbewilligung mit Ende 2026.
Parallel dazu plant der Abfallverband die Errichtung einer zentralen Sammelstelle im Bereich des Umspannwerks in Trasdorf. Diese soll den Gemeinden Atzenbrugg, Zwentendorf und Sitzenberg-Reidling zur Verfügung stehen und vom Abfallverband finanziert werden. Innerhalb der Gemeindepolitik stoßen diese Pläne jedoch auf gegensätzliche Positionen: Die Parteien Wir7 und ÖVP vertreten dazu völlig unterschiedliche Ansichten.
Die Partei Wir7 spricht sich klar für den Fortbestand des bestehenden Sammelzentrums in Reidling aus. Ihrer Ansicht nach bestehe keine Verpflichtung, sich einer zentralen Sammelstelle anzuschließen; ein späterer Beitritt sei jederzeit möglich. Die notwendigen baulichen Maßnahmen zur Erfüllung der behördlichen Auflagen sollen durch die Gemeinde Sitzenberg-Reidling umgesetzt werden. Laut Berechnungen der Wir7-Partei würden sich die Investitionskosten innerhalb von fünf Jahren amortisieren. Zusätzlich wird die Umsetzung einer modernen Zutrittsregelung mit Kameraüberwachung, Lesegeräten und Schranken vorgeschlagen. Die dafür veranschlagten Mehrkosten belaufen sich auf rund 10.000 Euro, wie aus einem Schreiben der Vizebürgermeisterin-Partei hervorgeht.
Die ÖVP hingegen verweist in ihrer Weihnachtsausgabe auf die Dringlichkeit eines raschen Handelns. Aus Kostengründen spricht sich die Volkspartei für einen Beitritt zum zentralen Abfallsammelzentrum in Trasdorf aus. Die geforderten Entwässerungs- und Versickerungsmaßnahmen am bestehenden Standort würden massive Eingriffe in das Gelände erfordern, das sich auf einer ehemaligen Altlastendeponie befindet. Die damit verbundenen Risiken seien erheblich – sowohl für die Umwelt als auch für das Gemeindebudget. Kostenschätzungen seien mit großer Unsicherheit behaftet, da bei Grabungsarbeiten Altlasten freigelegt werden könnten. Vergleichbare Projekte hätten andernorts bereits Kosten in Millionenhöhe verursacht, so die ÖVP.
Aus Sicht der Volkspartei bietet die zentrale Sammelstelle in Trasdorf mehrere Vorteile:
-
keine Errichtungs- und Betriebskosten für die Gemeinde Sitzenberg-Reidling
-
kein Altlastenrisiko
-
erweitertes Serviceangebot für Bürgerinnen und Bürger durch permanenten Zutritt
-
Zukunftssicherheit im Hinblick auf steigende Anforderungen an Recycling und Wertstoffrückgewinnung
Eine interkommunale Kooperation sei laut ÖVP „das Gebot der Stunde“, um langfristig Kosten zu sparen.
Die Sammlung von Grünschnitt und Kartonagen soll weiterhin am Bauhof in Sitzenberg-Reidling erfolgen.
Foto: Ö-News Archiv/ St. Öllerer
- Das Sammelzentrum und Bauhof Sitzenberg-Reidling
