Buchpräsentation in Michelhausen: Hochwasserktastrophe 2024 Ein stilles Zeugnis gegen das Vergessen
Ein Abend der Erinnerung, der Dankbarkeit und der leisen Emotionen: In Michelhausen wurde das Buch zur Hochwasserkatastrophe 2024 präsentiert – ein Werk, das nicht nur dokumentiert, sondern berührt. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung der Gemeinde und setzten damit ein sichtbares Zeichen des Zusammenhalts.
Bürgermeister Bernhard Heinl dankte zu Beginn allen Anwesenden für ihr Kommen. Als er vom Jahrhundert-Hochwasser sprach, wurde spürbar, dass die Ereignisse noch immer tief nachwirken. „Wenn ich daran denke, höre ich noch immer das Rauschen des Wassers, das Dröhnen der Hubschrauber und das Motorengeräusch der Pumpen“, sagte Heinl – Worte, die vielen im Raum aus dem Herzen sprachen.
Unter den Ehrengästen befanden sich Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Landtagsabgeordneter Bernhard Heinreichsberger, Vizebürgermeister Eduard Sanda, mehrere Gemeinderäte, die Atzenbrugger Bürgermeisterin Beate Jilch, Bezirksfeuerwehrkommandant Christian Burkhart, Abschnittsfeuerwehrkommandant Johann Kellner, Bezirksrettungskommandant Martin Koreska sowie die Kommandanten der drei Gemeindefeuerwehren. Ihre Anwesenheit unterstrich die Bedeutung dieses Abends.
Das Buch, so Bürgermeister Heinl, solle mehr sein als eine Chronik. Es gehe darum, die Energie jener Tage festzuhalten, zu zeigen, wie die Gemeinde die Katastrophe gemeinsam bewältigt hat – nach Ohnmacht und Verzweiflung wieder Zuversicht und Vertrauen zu finden. Besonders wichtig sei es gewesen, die persönlichen Geschichten sichtbar zu machen. „Im Buch wurden nicht nur Daten und Fakten festgehalten, sondern auch die Erlebnisse und Gefühle der Betroffenen. Es war die Stunde der Zusammenarbeit“, so Heinl.
Bewegende Worte fand auch der Feuerwehrkommandant aus Rust, dem am schwersten betroffenen Ort der Gemeinde. Noch heute falle es schwer, über das Erlebte zu sprechen – umso wichtiger sei es, dass all das nun aufgeschrieben wurde.
Einen besonders berührenden Moment bot die Geschichte von Frau Anna Fidler, die ihre Geschichte erzählte: Ein unbekannter Helfer hatte ihr nach der Katastrophe einen kleinen Kaktus geschenkt. Heute, 15 Monate später, ist er kräftig gewachsen – ein stilles Symbol für das Wiedererwachsen der Orte und der Hoffnung nach der Zerstörung.
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bedankte sich für das Buch „gegen das Vergessen“. Es sei auch eine Form der therapeutischen Aufarbeitung für die Menschen. Besonders beeindruckt habe sie der Zusammenhalt und die Hilfe der vielen, die gekommen waren, um zu unterstützen.
Im Anschluss an die Präsentation lud die Gemeinde zu einem gemütlichen Beisammensein ein – Raum für Gespräche, Erinnerungen und leise Zuversicht.
Das Buch zur Hochwasserkatastrophe 2024 ist im Gemeindeamt sowie bei mehreren Verkaufsstellen im Ort erhältlich.
Fotos: Ö-News/ St. Öllerer
- Ruster FF-Kdt Ferdinand Donabaum und Bgm Bernhard Heinl
- Dominik Rauscher, Norbert Ganser und Christian Burkhart (v.l.)
- Ernst Prix, Martin Koreska, Stefanie und Marina Fischer (v.l.)
- LR Teschl-Hofmeister und Bgm Beate Jilch
- Anna Fidler

















