Spannender Lokalgeschichte-Vortrag über ehemaliges Gefangenenlager Vortrag im Generationenhaus am Leopold Figl Platz
Sitzenberg-Reidling – Großen Anklang fand der jüngste Vortrag von Jakob Vesely aus Gemeinlebarn über das ehemalige Gefangenen- und Zwangsarbeiterlager, das während des Zweiten Weltkriegs zwischen Gemeinlebarn und Reidling – westlich der damaligen Ebenseer Betonwerke – bestand. Vesely beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der lokalen Zeitgeschichte und präsentierte nun seine neuesten Forschungsergebnisse.
Ausgehend von seiner Arbeit am Dorfarchiv Gemeinlebarn stieß Vesely auf erste Hinweise zu den Ereignissen rund um das Lager. Seine Recherchen führten ihn daraufhin weit über die Region hinaus: In der Österreichischen Nationalbibliothek, in diversen deutschen Archiven, sowie zu Zeitzeugen in London und New York. Auch Gespräche mit heimischen Zeitzeugen – darunter der inzwischen verstorbene Wilhelm Kiesl aus der Neustift, Rudolf Kowarz und weitere Gemeinlebarner – flossen in seine Forschung ein.
Zwangsarbeiter und verschleppte ungarische Juden
Zu Beginn des Krieges waren Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im damaligen Betonwerk eingesetzt. Im Frühjahr und Sommer 1944 wurde schließlich ein eigenes Zwangslager für verschleppte ungarische Juden errichtet. Das Lager befand sich auf einer Fläche westlich des heutigen Ebenseer Betonwerks und stellte einen dunklen, lange kaum beachteten Teil der regionalen Geschichte dar.
Großer Dank für wertvolle Aufarbeitung
Am Ende des Vortrags bedankte sich Ursula Liebmann im Namen der Veranstalter bei Jakob Vesely für seine „außerordentlich interessanten und wichtigen Ausführungen“. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein bot sich den Besucherinnen und Besuchern noch reichlich Gelegenheit, mit dem Referenten und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Fotos: Ö-News/ St. Öllerer
- Ursula Liemnann begrüßte die Gäste
- Vortragender Jakob Vesely
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